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Turm der Hoffnung und die Asche darin

Nachdem ich es meinem Freund geschickt hatte, war plötzlich alles anders. Ich muss zugeben, es war eine gute Idee. Ich glaube es hat ihm irgendwie Angst gemacht, denn ich hatte Recht mit meiner Vermutung, dass er noch daran glaubt, es sei alles wie früher.
Wir hatten unser 4 Jähriges. Wir gingen essen und es war wirklich sehr schön. Ich habe mich ehrlich gefreut – einzig was mich gestresst hat, ich war müde von der Arbeit. Aber das hat uns nicht aufgehalten einen schönen Abend zu haben. Danach habe ich bei ihm übernachtet und ging glücklich am nächsten Tag zu meiner Mutter zurück.
Schade, dass ich noch nicht ganz so glauben kann wie er. Aber in den letzten Tagen ist wieder eine Hoffnung da. Ich dachte ernsthaft, wer weiss vielleicht haben wir wirklich wieder eine Chance…

Und dann…
BAAM! Der nächste Tiefschlag. Heute war ich arbeiten, dann kommt die SMS meiner Schwester. Er ist seit Tagen nicht mehr bei der Arbeit aufgetaucht und hat nun seinen Job nicht mehr. Meine Schwester hat ihm den Job besorgt und hat den Chef dann zufällig getroffen… Der war ganz schön sauer.
Oh mein Gott ich dachte – das kann es jetzt echt nicht sein. Ich wusste nicht ob ich heulen oder alles kurz und klein schlagen sollte…
Ich entschied mich dann für ruhig weiter arbeiten und warten bis Feierabend. Danach würde ich bei ihm vorbei gehen und es ein für allemal beenden. Auf einmal wurde mir schlecht und ich zitterte. Ich begriff, es ist meine Wut – die muss endlich raus. Also werde ich ihm einfach ohne ein Blatt vor dem Mund zu nehmen alles an den Kopf schmeißen.
Ich glaub ich bin noch nie so schnell dahin gerast. Jedoch bin ich vor der Tür nochmal stehen geblieben. Ein kurzen Moment nochmal durchgeatmet, es wird das letzte Mal sein – das ich ihn sehen werde.

Drin ging es eigentlich ziemlich ruhig ab, habe mich gut beherrschen können. Ich bin einfach hin und hab ihm meinen Ring gegeben, wollte die Halskette (Mein Schutzengel, den ich ihm gegeben habe, damit er ihn beschützt) wieder haben. Er gab sie mir nicht stattdessen sagte er:„Wegen so etwas willst du Schluss machen?!“
Als wäre es nur – dass er irgendwie ein Jahrestag vergessen hätte. Nein, er hat auf unsere Zukunft geschissen. Darauf geschissen, das ich die Wohnung eben doch nicht gekündigt habe. Darauf geschissen, dass ich in einem verdammten Kinderzimmer lebe seit drei Monaten, weil ER seine Ruhe von mir wollte.
Meine Schulden werde ich ebenfalls nicht abbezahlen können.
Und dann hat er angefangen zu weinen…
Ich dachte mir – nein so einfach kommst du mir nicht davon, du hörst dir jetzt an, was ich zu sagen habe. Ich habe ihm versucht zu erklären wie es mir ergangen ist in den drei Monaten. Wie sehr ich die Hölle durchgemacht habe im Kopf mit mir selber. Und irgendwann… Irgendwann hat er mir leid getan.
Zwar wollte ich immer, dass er einmal nur für ein paar Minuten dass fühlt, was ich gefühlt habe Wochenlang. Der wahre Glaube – dass du im Begriff bist den Menschen zu verlieren – der dir auf der ganzen Welt der wichtigste ist, und es ab jetzt nichts mehr gibt, was du noch tun kannst - was dass noch aufhalten kann…

Ich wusste, würde ich durch die Tür gehen und es durchziehen, wie ich es mir vorgenommen hatte, ginge es ihm schlechter als mir. Denn ich bin schon durch die Hölle, er stand kurz davor.
Es war die Erkenntnis, dass er mich doch noch so sehr zu lieben scheint, warum ich nicht einfach gegangen bin. Es erinnerte mich auch wieder an meine Gefühle, denn die sind auf jeden Fall noch viel zu stark um einfach so zu gehen. Ich habe es mir zu einfach vorgestellt, ich dachte ich könne sagen was Sache ist und dann gehen. Er machte mir einen Strich durch die Rechnung.

Ich erklärte ihm, dass ich mir so eine Zukunft nicht vorstelle und es auch unmöglich wäre sie auf zu bauen. Wie soll denn das gehen?!? Ich bin jedenfalls nicht mehr bereit dazu mit ihm zu wohnen – er immer nur am zocken, den Job wie seine Unterwäsche zu wechseln, weil er einfach irgendwie nach einer gewissen KURZEN Zeit keinen Bock mehr darauf hat und die Nacht zum Tage zu machen.
Auf keine Fall, dieses Leben will ich nicht mehr.
Er erklärte mir, dass er niemals wirklich wollte, dass ich gehe. Er wollte eine kurze Pause zwischen uns – bevor es zu eskalieren drohte.
Er hat das Ding ins Rollen gebracht, aber er hat es nicht aufgehalten, bevor es nicht mehr zu stoppen war. Einfach einzig und allein – weil er nicht sagen konnte, was er wirklich denkt oder meint.

Ach Leute, viele Menschen scheitern an der Liebe, weil die Angst sich dem anderen zu öffnen grösser ist, als die Sehnsucht nach Nähe und Vertrauen. Die schlechten Erfahrungen sind stärker als jede Hoffnung.
Die Angst davor – zurückgewiesen zu werden hält den anderen oft davon ab, das Richtige zu tun oder zu sagen.
Dabei wäre es so einfach… Jeder macht sich das Leben selber schwer. Einzig und alleine sind dies auch bei mir die Gründe. Ich könnte wieder in meiner Wohnung sein, mit ihm es geklärt haben und wir hätten wieder Teil unseres Leben werden können. Wir hätten unseren Urlaub nach Spanien geplant und eventuell sogar geheiratet vielleicht Anfang nächsten Jahres? Wer weiss das schon, denn es ist nur ein „Was wäre wenn…“
Die Realität sieht anders aus. Denn jetzt ist es zu spät einfach alles hinter sich zu lassen und wieder da weiter zu machen, wo wir vor drei Monaten aufgehört hatten.
Ich gehöre nicht mehr dahin und selbst wenn ich mich wieder da hinein gewöhnen würde – es würde doch wieder soweit kommen. Der Respekt und die Rücksicht füreinander würden langsam wieder verschwinden.
Es gibt keine Anleitung um eine Liebe aufrecht zu erhalten und selbst wenn es sie gäbe, wir sind alle viel zu Individuell, als dass es bei jemandem klappen könnte.

Ich bin da raus gegangen und wir sind noch zusammen. Ich weiss nicht was ich machen soll, ob ich ihm ein Ultimatum stellen sollte mit dem Job. Ich bin 23, ich kann nicht weiterhin mit Schulden leben. Ich würde es für ein Leben mit ihm ohne mit der Wimpern zu zucken tun – wenn es nicht anders gehen würde. Aber ich weiss, es würde anders gehen, er müsste nur etwas dafür tun und dass ist das, was wir alle tun – Arbeiten… Wenn er das nicht mal für ein Leben mit mir machen kann – was tue ich dann noch da?
Es wird sich zeigen ich denke ich werde ihm einen Monat geben, dann werde ich meine Zukunft alleine weiter planen. Denn ich bin mir zu 100% sicher, alleine hätte ich es geschafft. Und ich könnte es auch noch schaffen. Er kriegt seine unzählige Chance einen Job zu finden und so lange durch zu ziehen – bis wir unsere GmbH haben (Ich und meine Mutter). Ich hoffe – ich bin es ihm Wert, es wird sich für mich zeigen, ob dies jetzt das Richtige oder doch nur ein Fehler war…

Ich habe einiges durch diese – wie er es ausdrückt – Phase gelernt. (Jedoch ist sie leider noch nicht vorbei) Und zwar:
Ich werde ehrlich sein – ich werde immer sagen was ich denke und werde erklären, was meine Ängste sind oder auch danach fragen wenn ich nicht sicher bin, ob ich jemanden richtig verstehe.
Denn sind wir ehrlich so viele Probleme wären so schnell gelöst, würden wir es alle so tun. Sei es von Partner zu Partner, von Eltern zu Kindern, von Mensch zu Mensch.
Missverständnisse sind unnötig, sie müssen nicht passieren. Auch wenn man zurückgewiesen wird, man sollte dieses Risiko in Kauf nehmen. Der Stolz muss weg, es ist okay zurückgewiesen zu werden, wenigstens hat man es versucht. Versucht man es nicht, dann wird es uns irgendwann wieder einholen.
Wenn nicht jetzt – wenn nicht in ein paar Monaten… jedoch in ein paar Jahren werden wir es bereuen. Und wir bereuen es ein Leben lang…
16.7.14 03:24


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